Aktuelles vom Löschzug Stukenbrock und Umgebung
  15 Bewohner planmäßig gerettet

23.06.2017

Übung der Feuerwehr und des DRK auf dem Schlieffenhof
Von Bernd Steinbacher
Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Weißer Nebel kommt aus dem Büro und verteilt sich im Flur des Erdgeschosses der Pflegewohngemeinschaft auf dem Schlieffenhof. Verantwortliche der Diakonie, der Feuerwehr und des Kreises, Bewohner und Angehörige wissen, dass gleich eine umfangreiche Feuerwehrübung beginnt.
Kaum hat Sebastian Habig die Nebelmaschine gestartet, schlägt die Brandmeldeanlage Alarm und die Übung beginnt. Frauke Moritz, Leiterin der Pflegewohngemeinschaft der Diakonie Gütersloh staunt gerade noch, wie dunkel es durch den Rauch im Flur ist, und schon nach kurzer Zeit ist die anrückende Feuerwehr zu hören.
Da es sich um eine Übung handelt, rückt nur der Löschzug Stukenbrock an. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr werden aber vom DRK-Ortsverein Schloß Holte-Stukenbrock und den Rettungswagen des Kreises unterstützt. Sogar der DRK-Katastrophenschutz aus Rietberg-Neuenkirchen rückt an. Alles in allem sind mehr als 50 Einsatzkräfte eingebunden. »Die kleinste Einheit des Katastrophenschutzes war mit alarmiert, damit weitere ehrenamtliche Kräfte des DRK üben konnten«, erklärt Michael Sellemerten, Organisatorischer Leiter Rettungsdienst des Kreises Gütersloh.
Nicht die Brandbekämpfung steht im Vordergrund des Einsatzes am Mittwochabend, sondern das Retten der Bewohner, sagt Löschzugführer und Einsatzleiter Daniel Kammertöns nach der Übung. Dennoch müssen Schläuche ausgerollt und in Position gebracht werden.
Während der Übung werden 15 Bewohner der Wohngemeinschaft planmäßig gerettet, zuerst die, die nahe dem simulierten Brandherd wohnen. Danach werden die Bewohner des Obergeschosses über die Feuertreppe herunter getragen – im Rollstuhl. Das ist schon eine Herausforderung für die Einsatzkräfte, ebenso das Vorhaben, mit Atemschutzausrüstung ins Gebäude zu kommen. Da eine Außentür sich nur von innen öffnen lässt, geht es kurzerhand durch ein Fenster. Auch das Geländer der Außentreppe ist kein Hindernis – ‘rüberklettern, fertig.
Als Frauke Moritz merkt, dass der Einsatz gut läuft und ihre vorher informierten Bewohner mitspielen, wagt sie ein kleines Späßchen, damit die Anspannung sinkt. »Nie wieder werde ich einen Grill im Büro anmachen.« Den Satz bekommen die Einsatzkräfte nicht mit, denn sie müssen Namenslisten abgleichen, feststellen ob alle Personen aus dem Gebäude gebracht worden sind.
Die gekennzeichnete Sammelstelle im Brandfall ist die Remise des Schlieffenhofes. Dort kümmern sich Mitarbeiter um die Geretteten. So wird gefragt, ob es ihnen gut geht, sie Schmerzen haben, ob sie irgendetwas benötigen. Die Helfer reichen angesichts der hohen Temperaturen Getränke und rücken die Stühle aus der Sonne.
Zwischenzeitlich erklärt Frauke Moritz, dass von vornherein festgelegt war, nur 15 der insgesamt 20 Bewohner der Wohngemeinschaft aus dem Gebäude zu bringen. So steht gegen 19.40 Uhr fest, dass die Bewohner und das Personal das Gebäude verlassen haben. »Ich bin als erster registriert worden«, freut sich Bewohner Dirk Pannenborg. Er nimmt die Übung gelassen, schaut genau, was um ihn herum passiert. »Mir geht es gut«, sagt er, als Christiane Wullenkord vom DRK Schloß Holte-Stukenbrock sich um ihn kümmert.
Nach einer guten Stunde sind wieder alle Bewohner im Haus. Die Helfer rücken nach und nach ab. Einsatzleiter Daniel Kammertöns hat Zeit für ein Fazit. Die Idee sei nach einer Brandschutzschulung der Mitarbeiter des Schlieffenhofes entstanden. Für die Feuerwehr sei eine solche Übung sehr interessant, denn echte Bewohner herauszutragen, sei etwas anderes, als nur mit Puppen zu üben. Mit dem Ablauf ist er zufrieden, spricht von einem »Übungserfolg für uns«. Wichtig sei immer, den verrauchten Bereich schnell zu verlassen und die Tür zu schließen, damit dieser sich nicht ausbreiten könne, gibt er noch einen allgemeinen Hinweis.
Frauke Moritz ist unterdessen erleichtert, dass die Bewohner wieder in ihren Zimmern sind. »Die Sorge war schon groß, dass sie sich aufregen.« Sie lobt die DRK-Mitarbeiter, die sich sehr gut um die Bewohner an der Sammelstelle kümmerten. »Sie haben sie versorgt und beruhigt.«
© Westfalen-Blatt

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